Informationen zu Parasiten und Reisekrankheiten


 

Im Casa Cainelui geben wir uns Mühe, die Hunde auch medizinisch gut zu versorgen. Alle Hunde werden geimpft und regelmäßig gegen Parasiten behandelt. Vor der Ausreise wird jeder Hund nochmals von einem Tierarzt untersucht. Nur Hunde, die sich in einem guten Allgemeinzustand befinden, erhalten grünes Licht für ihre große Reise. In manchen Fällen kann eine Erkrankung zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht offensichtlich sein. Deshalb möchten wir Sie über die folgenden Punkte informieren.

 

Parasiten

 

Wo viele Hunde zusammenleben, freuen sich leider auch unerwünschte „Gäste“. Ziel der Behandlungen gegen Parasiten in einem Tierheim ist, die Tiere beschwerdefrei zu halten – nicht das Tierheim parasitenfrei.

 

Wir empfehlen Ihnen deshalb, nach der Ankunft Ihres Hundes eine Kotprobe untersuchen zu lassen, um Darmparasiten (Würmer und Einzeller) gezielt behandeln zu können.

 

Ein Darmparasit, der in den letzten Jahren ein paar ehemaligen Casa-Hunden Probleme bereitet hat und deswegen hier speziell erwähnt werden soll, ist Giardia. Giardien sind Einzeller, die praktisch überall in der Umwelt vorkommen und den Darm des Hundes befallen. Infizierte Hunde scheiden Zysten aus, die in die Umwelt gelangen und von anderen Hunden wieder aufgenommen werden. Während manche Hunde gar keine Beschwerden haben oder nur leichten Durchfall bekommen, der von alleine weggeht, haben andere über längere Zeit (anhaltend oder immer wieder) Durchfall und können auch Gewicht verlieren.

 

Wenn ein Hund Symptome zeigt und eine Giardien-Infektion bestätigt ist, müssen die Giardien behandelt und die Umgebung gut gereinigt werden. Die Behandlung kann mühsam sein, da sich der Erfolg oft nicht sofort einstellt (Wiederaufnahme von Giardien aus der Umgebung, unvollständige Elimination durch Medikamente) und gegebenenfalls andere Hunde im Haushalt mitbehandelt werden müssen. Wenn Ihr Hund hingegen keine Symptome zeigt und bei der anfänglichen Kotuntersuchung Giardien festgestellt werden, wird Ihr Tierarzt mit Ihnen besprechen, ob eine Behandlung zu diesem Zeitpunkt sinnvoll ist.

Für Interessierte empfiehlt sich der folgende Link: http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19372

 

Durchfall in den ersten Tagen nach der Ankunft ist allerdings oft auch durch Stress und die Futterumstellung bedingt.

 

„Reisekrankheiten“

 

Als Reisekrankheiten werden verschiedene Krankheiten bezeichnet, die vor allem in Süd-, aber auch in Osteuropa vorkommen. Typischerweise werden diese Krankheiten von Zecken oder Mücken übertragen, die bei uns nicht vorkommen. Wir wissen nicht mit Sicherheit, welche dieser Krankheiten in der Umgebung von Timisoara vorkommen und wie verbreitet sie sind. Unter ehemaligen Casa-Hunden sind uns fünf Fälle von Hepatozoon canis (s.unten) sowie ein positiver Test auf Dirofilaria immitis (s.unten) bekannt. Grundsätzlich muss man jedoch davon ausgehen, dass alle unten genannten Krankheiten vorkommen können. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihren Hund kurz nach der Ankunft sowie 7 Monate später auf diese Krankheiten testen zu lassen („Reisescreening“). Es ist dadurch in vielen Fällen möglich, eine Infektion zu behandeln, bevor sie ernsthafte Folgen hat.

 

  • Ehrlichiose: verursacht durch das Bakterium Ehrlichia canis, übertragen durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und Auwaldzecken (Dermacentor ssp.). Führt unter anderem zu Fieber, Schwäche, Blutungsneigung und Augenentzündungen. Sowohl akute als auch chronische Krankheitsverläufe kommen vor. Chronischen Verläufen geht eine lange Phase voraus, während derer die Hunde zwar infiziert sind, aber keine Symptome zeigen. Erreger kann mit Medikamenten eliminiert werden, unter Umständen aber mehrmalige Behandlung nötig.
  • Anaplasmose: verursacht durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum, übertragen durch den Holzbock (Ixodes ssp.). Führt bei manchen Hunden zu Fieber, Apathie, Muskelschmerzen und Gelenksentzündungen, in den meisten Fällen werden aber keine Symptome beobachtet. Erreger kann mit Medikamenten eliminiert werden.
  • Babesiose: verursacht durch die Einzeller Babesia ssp., übertragen durch die braune Hundezecke und Auwaldzecken. Führt zur Zerstörung roter Blutkörperchen, Schwäche, Fieber, Gerinnungsstörungen. Erreger kann mit Medikamenten eliminiert werden.
  • Hepatozoonose: verursacht durch den Einzeller Hepatozoon canis, übertragen durch die braune Hundezecke. Anders als die bisher genannten Erreger werden Hepatozooen nicht beim Blutsaugen übertragen, sondern wenn Hunde bei der Fellpflege infizierte Zecken verschlucken. Auch eine Übertragung während der Trächtigkeit ist möglich. In den meisten Fällen verläuft die Infektion symptomlos, aber akute und chronische, teils schwere Krankheitsverläufe sind möglich. Symptome sind Fieber, Apathie, Abmagerung, blutiger Durchfall und Muskelschmerzen. Erreger kann leider nicht eliminiert werden. Behandlung richtet sich darauf aus, den Erreger in Schach zu halten und Beschwerden zu mildern.
  • Dirofilariose: verursacht durch den Wurm Dirofilaria immitis, übertragen durch Mücken. Bekannt als Herzwurm, weil erwachsene Würmer im Herz und in Lungenarterien leben. Symptome können u.a. Husten und Leistungsschwäche sein. Je früher die Infektion festgestellt wird, desto weniger Symptome haben die Hunde in der Regel und desto geringer ist das Risiko für Komplikationen bei der Abtötung der Würmer.
  • Leishmaniose: verursacht durch den Einzeller Leishmania infantum, übertragen durch Sandmücken. Führt u.a. zu Niereninsuffizienz, Gelenksentzündungen, Hautläsionen, Blutungen, Gewichtsverlust. Unter Behandlung verbessern sich die Symptome, aber eliminiert wird der Erreger nicht; es sind immer wieder Schübe zu erwarten.

 

Quellen:

 

Nelson, R. W., & Couto, C. G. (2014). Small animal internal medicine. Elsevier Health Sciences.

 

Baneth, G. (2011). Perspectives on canine and feline hepatozoonosis. Veterinary parasitology, 181(1), 3-11.

 

http://www.laboklin.com/de/leistungsspektrum/PCR/Infektionserreger/Hund/hund_Hepatozoon_canis.htm

https://www.heartwormsociety.org/